Samstag 15. Juni 2019 pünktlich 07:45 Uhr versammelt sich die Mögus-Crew in Niederweningen zur
Abfahrt nach Grenzach. Nach einer kurzen Rauchpause geht es los Richtung Basel und die Mitglieder
des Herrentörns treffen kurz vor neun Uhr am Hafen ein.

An Bord der Mögus folgt zunächst eine Sicherheitseinweisung (WC spülen ohne Schiff zu Fluten, theoretische Position der Sicherheitswesten etc.) und kurz darauf wird Kaffee ausgeschenkt solange wir noch am Stromnetz hängen. Eigentlich wäre angedacht gewesen Speckzopf und selbstgemachte Pizzahäppchen zum Kaffee zu servieren, was jedoch kurzfristig auf später verschoben werden musste weil es der Schleusenmeister von Birsfelden plötzlich eilig hatte. Da er die steuerbordseitige Schleuse zu Tal lassen musste hatten wir Gelegenheit sofort talwärts zu schleusen und brauchten nicht bis zehn Uhr warten.

Sehr gut im Zeitplan konnten wir nun bereits um 09:45 Uhr die Schleuse Birsfelden verlassen und rauschten mit sagenhaften 23 km/h durch Basel talwärts. Nach kurzweiliger Fahrt treffen wir bereits um 11:15 Uhr bei der Schleuse Kembs ein und können zur grossen Überraschung sofort in die Schleusenkammer einfahren. Ratz fatz verlassen wir um 11:45 Uhr Kembs wieder in Richtung Niffer.

Bereits um 12:30 Uhr stehen wir vor der Schleuse Niffer wo wir auch sofort in die grosse Schleusenkammer einfahren können. Zeitlich perfekt abgestimmt fängt es während der Einfahrt in die Schleuse an zu regnen. Ab hier geht es wieder aufwärts und so können wir Niffer um 13:00 Uhr auch wieder verlassen, nicht ohne uns bei der netten Schleusenwärterin über Funk zu bedanken.

Von nun an nehmen wir es (noch) etwas gelassener da wir viel zu früh dran sind und die Schleusung in Mulhouse erst für 15:00 Uhr geplant ist. Also wollen wir im Rhein-Rhone-Kanal an einem Halte Nautique rasten und den Rest Speckzopf sowie ein zwei Bierchen geniessen. Leider ist die erste  Anlegestelle bereits belegt durch eine Wohnpeniche, von der Besatzung keine Spur. Also weiter wo wir nach kurzer Fahrt doch noch einen Anleger finden. Am Anleger des Halte Nautique Bief du Hombourg legen die Besatzung der Mögus ein erstklassiges Anlegemanöver hin und so haben sich alle ein Anlegebierchen verdient.

Um 14:15 Uhr verlassen wir das lauschige Plätzchen wider und fahren weiter Richtung Mulhouse. Kurz vor der Schleuse befürchten wir von Piraten geentert zu werden. In dichten Rauch gehüllt fährt uns aus einem Seitenkanal steuerbords kommend ein Patroulienboot ähnliches Schiff vor den Bug und steuer ebenfalls auf die Schleuse zu. So ein Elend, nun haben wir diese Rauchpetarde in der Schleuse vor uns. Zu allem Unglück kann der Eigner nach eigener Aussage offenbar den Motor nicht ausmachen weil er sonst nicht mehr anspringen würde.

Nach zweieinhalb Meter Bergschleusung und einer kleinen Kohlenmonoxidvergiftung stehen wir kurz vor unserem Ziel. Leider scheint das auch auf den vor uns fahrenden “Stinker“ zuzutreffen, schnappt er sich doch den eigentlich für die Mögus reservierten Hafenplatz vor der Nase weg. Monsieur Capitain de la Port ist grosszügig und lässt uns die Wahl zwischen Krux und Kröte. Will heissen, wir können wählen zwischen Hafenmohle direkt an der Strasse oder eine schnuckelig kleine Box mitten im Geschehen. Wir wählen die zweite Variante in welcher wir im zweiten Anlauf sicher festgemacht haben. Wie es sich in der christlichen Seefahrt geziemt wird erst einmal ein Anlegebier ausgeschenkt.

Am späteren Nachmittag machen wir die Schoten auf der Mögus dicht und verlegen in das nahe gelegene Hotel Mercure wo wir heute nächtigen wollen. Nach dem Zimmerbezug treffen wir uns an der Hotelbar wo wir einen ersten Apero zu uns nehmen. Langsam ein wenig hungrig brechen wir bald auf um eine geeignete Lokalität für den nächsten Apero zu finden. In der L’Apitik Bar scheinen wir die richtige Lokalität gefunden zu haben, einzig der Termostat scheint ein wenig zu hoch eingestellt worden zu sein. Schon gut gebunkert verschieben wir uns zur besten Zeit über die Strasse ins nahe “Zum Saüwadala“ um endlich mal etwas festes zu uns zu nehmen.

Selbstverständlich nicht ohne vorher einen weiteren Apero in Form eines Gewürztraminers und einen Flammkuchen zu verköstigen. Köstlich amüsiert (wir, nicht die anderen Gäste) und vorzüglich gegessen verlassen wir gegen Mitternacht zu das Saüwadala und machen uns auf in eine weitere Bar. Auch hier haben wir ein Erfolgserlebnis, wir haben nämlich den schlechtesten Barkeeper von Mulhouse gefunden. Da 40% der Crew nun bereits die nötige Bettschwere erreicht hat tritt sie den Rückzug ins Hotel an. Auch die restlichen 60% folgen bald, wenn auch nicht ganz freiwillig. Böse Zungen behaupten sie wären von bulligen Türstehern gar nicht erst in die auserwählte Lokalität eingelassen worden.

Sonntag 16. Juni 2019 Sonntagmorgen, der Morgen danach. So langsam treffen nach und nach die Akteure der letzten Nacht im Frühstückssaal des Hotels ein. Während sich einige über das Frühstücksbuffet her machen ist andern nicht nach Essen zumute. Bald nach dem Auschecken treffen wir uns alle an Bord der Mögus wo wir auf dem Achterdeck an der Sonne abhängen und auf das Auslaufen warten. Für 11:00 Uhr haben wir uns bei der Schleuse angemeldet wo wir pünktlich eintreffen. Der Schleusenmeister freut sich, hat er nach uns bereits wider Feierabend (scheint locker zu sein, am Vortag war die Geräuschkulisse einer Kneipe am Telefon zu hören).

Gut eingecremt geniessen wir auf der Rückfahrt die Sonne und kommen gut voran bis zur Schleuse Niffer wo wir dieses Mal mit der kleinen Schleuse zu Tal fahren. Kaum aus der Abdeckung der Schleuse heraus bekommen wir nun eines auf die Mütze. Der Rhein führt viel Wasser (wie wir ja am Vortag bereits bemerken konnten) und Mögus muss sich ein wenig mehr ins Zeug legen als auch schon.

Ungefähr halb zwei Uhr treffen wir bei der Schleuse Kembs ein wo wir vom Schleusenmeister leider nur Wage Zeitinformationen zur nächsten Schleusung erhalten. Es soll letztendlich zwei Stunden dauern bis wir die Schleuse Kembs verlassen können. Zusammen mit dem Tanker MS Europa und dem Stegnachbarn der Mögus im Hafen Grenzach geht es weiter Richtung Basel.

Je näher wir Basel kommen desto langsamer werden wir. Der vor uns fahrende Tanker muss in Basel aufgrund der starken Strömung einen Schlepper bestellen welcher ihn bis zur Schleuse Birsfelden hochschleppt. Für uns als Sportboot gibt es diesen Service leider nicht und so müssen wir uns selbst hochquälen. Wie anhand der Hydrodaten zu sehen war haben wir den schlechtesten Zeitpunkt für die Bergfahrt durch Basel erwischt. Mit einer Abflussmenge von 2205 m3/s lag diese doch deutlich über der normalen Abflussmenge. Nun ja wir hatten es geschafft und konnten dank dem Tanker MS Europa in Birsfelden auch gleich mit hoch schleusen.

Zur Schleuse hinaus und querab in den sicheren Hafen Grenzach-Wyhlen, schon sind wie wider zurück. Es waren spannende und entspannende zwei Tage und alle sind sich einig, nächstes Jahr mit neuem Ziel und einen Tag länger.